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Psychotherapie

Beinahe jeder Mensch erfährt in seinem Leben eine Krise. In meiner Praxis für Psychotherapie in Bonn bearbeiten wir gemeinsam die aktuellen Belastungsfaktoren und die entstehungsrelevanten Hintergründe. Auch können viele Grundannahmen bereits in der Kindheit entstanden sein, sodass wir auch systemische und biografische Faktoren in unsere Arbeit mit einbeziehen werden. 

Im Bereich der Psychotherapie gibt es im Wesentlichen drei große Therapieverfahren, die wissenschaftlich fundiert sind: die Psychoanalyse, die Tiefenpsychologie und die Verhaltenstherapie. In meiner Praxis für Psychotherapie arbeite ich überwiegend mit verhaltenstherapeutischen Interventionen, die im weiteren Verlauf mit schematherapeutischen Methoden verknüpft werden. Zugrundeliegende dysfunktionale Schemata werden zunächst geklärt und anschließend bearbeitet.

 

Depression

Depressionen gehen häufig mit einer niedergedrückten Stimmung und starken Grübelgedanken sowie dem Verlust von Freude und Interesse einher. Der Antrieb ist häufig reduziert und das Selbstwertgefühl leidet. Hierdurch entstehen häufig Leistungseinbußen, wodurch der Leidensdruck steigt und die Einschränkungen im Alltag größer werden. Während diese Symptome bei gesunden Menschen zeitweise auftreten, sind sie bei depressiven Menschen schwerwiegender und langanhaltender. Abhängig vom Verlauf der Erkrankung wird im gegenwärtig verwendeten Klassifikationssystem ICD-10 die depressive Episode und die wiederholte (rezidivierende) depressive Störung unterschieden. Das Burnout-Syndrom ist eine verwandte Erscheinungsform, bei der ein Zustand bezeichnet wird, der von psychischer und physischer Erschöpfung gekennzeichnet ist. Dieses Syndrom umfasst Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung.

 

Angststörungen

Ängste können in jeglicher Art auftreten, da sie eine Basisemotion aller Lebewesen darstellen. Sie dienen dazu, sich auf eine Kampf- oder Flucht-Situation (fight or flight) vorzubereiten. Physiologische Symptome wie erhöhte Muskelanspannung, erhöhte Herzfrequenz, flachere und schnellere Atmung, Schwitzen oder Zittern können auftreten. Werden die Ängste aufgrund ihrer Befürchtungen spezifiziert, gibt es verschiedene Ausdrucksformen: Agoraphobie (Angst vor öffentlichen Räumen, Menschenansammlungen oder Situationen, bei denen eine Flucht oder Hilfe schwierig scheint), Soziale Phobien (Angst vor negativer Bewertung durch andere), Spezifische (isolierte) Phobien (z. B. Angst vor Spinnen, Höhen, Flugzeugen etc.), Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; es entstehen plötzliche Angstanfälle, ohne dass objektiv gesehen eine reale Gefahr besteht); Generalisierte Angststörung (Betroffene leiden unter einem ständigen Gefühl von Besorgtheit und Anspannung in Bezug auf alltägliche Ereignisse und Probleme. Die Sorgen beziehen sich auf verschiedene Bereiche, um die sich andere Menschen auch Sorgen machen, z.B. darauf, dass sie selbst oder die Angehörigen schwer erkranken oder einen Unfall haben könnten). 

 

Zwang

Ein Zwang, im Sinne einer Zwangsstörung (engl. obsessive compulsive disorder, OCD), bezeichnet ein meist unkontrollierbarer, starker innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken, zu sagen oder zu tun. Dies löst bei Betroffenen häufig hohen Leidensdruck aus. Es wird zwischen Zwangsgedanken (als unsinnig erkannte Denkinhalte, die immer wieder auftauchen) und Zwangshandlungen (ritualisiert ausgeführte Handlungen, die bei Unterlassen der Handlungen massive innere Anspannung und Angst auslösen) unterschieden. Typische Inhalte der Zwangsgedanken sind Zählzwänge, aggressive Zwangsgedanken oder auch Grübelzwänge. Typische Inhalte der Zwangshandlungen sind Reinlichkeitszwänge (Waschzwang), Kontrollzwang und Ordnungszwang. Die Verhaltenstherapie, mithilfe von Konfrontationen und kognitiver Umstrukturierung und sogar ggf. noch antidepressiver Medikation, ist hier ein hochwirksames Therapieverfahren.

 

Belastungsreaktionen

Jegliche Art von schweren Belastungen können zu unterschiedlichsten Reaktionen führen. Belastungen können einmalige oder fortgesetzte Erlebnisse sein (z. B. Naturkatastrophen, Unfälle, Vergewaltigungen, Tod eines Kindes etc.) und werden häufig von den Betroffenen psychisch wiedererlebt (imaginativ wird es rekapituliert oder reinszeniert).

Die Klassifikationssysteme (DSM-IV und ICD-10) unterscheiden je nach Dauer und Schweregrad die verschiedenen Belastungsstörungen: sofort nach dem belastenden Ereignis tritt die sogenannte akute Belastungsstörung auf. Die Posttraumatische Belastungsstörung tritt verzögert, einige Zeit nach dem belastenden Ereignis auf und bringt verschiedenste Symptome hervor. Zum Beispiel treten Amnesien, depressive Stimmungslagen, Alpträume, Schlafstörungen, sog. „Flash-backs“, Intrusionen, Hyperwachsamkeit auf. Es kann auch zu Persönlichkeitsveränderungen, zu Emotionslosigkeit und zu Vermeidungen bestimmter Orte oder Situationen kommen. Der Leidensdruck ist häufig enorm.

Als Anpassungsstörungen wird eine Reaktion auf ein einmaliges oder fortbestehendes belastendes Lebensereignis (z. B. (chronische) familiäre oder berufliche Konflikte oder Probleme, finanzielle Schwierigkeiten, körperliche Erkrankungen sowie Krankheits- oder Todesfälle in der Familie / Bekanntenkreis, Verlust der Arbeit etc.) bezeichnet, wodurch negative Veränderungen des Gemütszustandes oder auch Störungen des Sozialverhaltens auftreten können. Entscheidend für den Schweregrad ist nicht die objektive Härte des Ereignisses, sondern das subjektive Empfinden der Belastung.

 

Essstörungen

Im Bereich der Essstörungen finden sich verschiedene Ausprägungen dieser Verhaltensstörungen: die drei Bekanntesten sind die Anorexia Nervosa (Magersucht), die Bulimia Nervosa (Ess-/Brech-Anfälle) und die Binge-Eating-Störung (Ess-Attacken). Bei allen Diagnosen besteht eine starke gedankliche und emotionale Beschäftigung mit der Nahrungsaufnahme. Bei allen Essstörungen sind lebensgefährliche körperliche Schäden möglich (z. B. Unterernährung, Mangelernährung und Übergewicht oder Adipositas). 

 

Persönlichkeitsstörungen

Im Bereich des zwischenmenschlichen Umgangs miteinander können immer wieder Schwierigkeiten auftreten. So wird bei überdauernden und unflexiblen Mustern in der Persönlichkeit von Persönlichkeitsstörungen gesprochen. Sie bezeichnen Erlebens- und Verhaltensmuster aufgrund von Entwicklungsbedingungen in der Kindheit und / oder späteren Lebensabschnitten. Zentral ist, dass die persönliche und soziale Funktions- und Leistungsfähigkeit meistens beeinträchtigt ist. In den Klassifikationssystemen (ICD-10 und DSM-IV) werden folgende spezifische Persönlichkeitsstörungen unterschieden: Paranoide Persönlichkeitsstörung, Schizoide Persönlichkeitsstörung, Dissoziale Persönlichkeitsstörung, Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (vom impulsiven oder vom Borderline-Typus), Histrionische Persönlichkeitsstörung, Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung, Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung, Abhängige Persönlichkeitsstörung, Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen und die Schizotype Störung.

 

Somatoforme Störungen

Bei den somatoformen Störungen handelt es sich um körperliche Beschwerden, bei denen keine klare körperliche Ursache zu Grunde liegt, die das Ausmaß der Beschwerden ausreichend erklären kann. Es können sowohl Schmerzen in unterschiedlichen Körperteilen (z. B. Kopf, Gelenke, Bauch oder Rücken) auftreten, als auch Herz- und Atembeschwerden, Schwindel oder Verdauungsbeschwerden. Die Diagnose wird erst gestellt, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten, zu deutlichem Leid führen und den Alltag des Individuums erheblich beeinträchtigt. Wenn Betroffene unter sehr viele unterschiedliche Körperbeschwerden leiden welche schon über mehrere Jahre anhalten, handelt es sich um eine Somatisierungsstörung. Bestehen starke und oftmals anhaltende Schmerzen in bestimmten Körperregionen, dann handelt es sich um eine Schmerzstörung. Schmerzen bestehen weiter, obwohl die körperliche Ursache bereits behoben wurde. Führen vorhandene Körperbeschwerden zur Überzeugung/Befürchtung, man leide an einer schweren Krankheit (z. B. Krebs), handelt es sich hierbei um die Hypochondrische Störung.

 

Abhängigkeit

Im Bereich der Abhängigkeit / Sucht, einem überstarken Verlangen, welches den Kräften des Verstandes untergeordnet ist, gibt es verschiedene Formen: das Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen (substanzgebundene Abhängigkeit), welches mit einer Toleranzentwicklung gegenüber der Substanz verbunden ist; dem schädlichen Gebrauch (umgangssprachlich Missbrauch) von körperlich nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen; der Nicht-Stoff-gebundenen Abhängigkeit (z. B. Computerspiele) und der Co-Abhängigkeit, bei der Bezugspersonen das abhängigkeitsmachende System aufrechterhalten.

 

Prokrastination

Eine zunehmend häufiger auftretende und ernstzunehmende Arbeitsstörung ist die sogenannte Prokrastination, die wissenschaftliche Bezeichnung für pathologisches Aufschiebeverhalten. Prokrastination kann in den Bereichen der privaten Alltagsaktivitäten, in den schulischen, akademischen und beruflichen Tätigkeiten vorkommen. Betroffe schieben hierbei Verpflichtungen auf, was kurzfristig zu einer Erleichterung, langfristig jedoch zu einem hohen Leidensdruck und starken Einschränkungen in der Alltagsbewältigung führt.

Literatur

  Dilling, H., Mombour, W., & Schmidt, M. H. (1991). Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, Weltgesundheitsorganisation.

  Saß, H., Wittchen, H. U., & Zaudig, M. (1996). Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen-DSM-IV. Deutsche Bearbeitung u. Einleitung von H. Sass, H.-U. Wittchen, M. Zaudig.